Grundstückseinfriedung – Entscheidungshilfen für Gartenzaun und Einfahrtstor

Die Entscheidung zur Planung einer Grundstückseinfriedung aus einer Tor – und Zaunanlage kann in drei Kategorien eingeteilt werden.

  1. Neubau einer Immobilie
  2. Neugestaltung der Grundstückszufahrt
  3. Nachträgliche Absicherung der Grundstückszufahrt zum Schutz vor Eindringlingen

Beim Neubau einer Immobilie ist nach Fertigstellung häufig das noch vorhandene Budget für die Auswahl der Tor- und Zaunanlage entscheidend. Hier stehen sich oft die ausgewählte Optik und der Preis bei der Einfriedung im Weg.

Bei der Neugestaltung der Grundstückszufahrt werden hingegen keine Kompromisse gemacht. Hier wird Wert auf hochwertige Materialien, für die meist seit Jahren geplante und gewünschte Optik gelegt.

Bei der nachträglichen Absicherung einer Grundstückszufahrt und gesamten Einfriedung, ist meistens bereits in der Nachbarschaft oder am eigenen Grundstück ein Einbruch erfolgt. Hier liegt dann der erhöhte Wert auf Sicherheit und Stabilität.

Für die genannten oder ggfs. nicht genannten Gründe zur Absicherung des eigenen Grundstücks, gibt es eine riesige Auswahl an verschiedenen Materialien zur Einfriedung. Um sich einen Überblick zu den verschiedenen Materialien und Ausführungen zu verschaffen, haben wir Ihnen die wichtigsten Attribute zur Grundstückseinfriedung aufgelistet und bewertet.

1 = Sehr gut – 6 = ungenügend

Vergleichseigenschaften

Stahl

Alu

Holz

Kunststoff

Preis

2

3

1

1

Optik

1

1

3

3

Stabilität

1

1

3

3

Einbruchsschutz

1

1

3

3

Modellvielfalt

1

2

3

3

Sichtschutz

2

1

2

3

Pflegeaufwand

1

1

4

4

Witterungsbeständigkeit

1

1

3

3

Wertbeständigkeit

1

1

4

3

Umweltverträglichkeit

1

1

3

4

Entsorgung

1

1

4

4

Auswertung:

13

14

33

34

Die bewerteten Eigenschaften sind:

Der Preis: Anschaffungskosten für die Tor – und Zaunanlage, die Erstellungskosten für die Fundamente und die Kosten für die Montage der Einfriedung. Hier ist bei der Planung der neuen Grundstückseinfriedung darauf zu achten, dass die angebotenen Leistungen der verschiedenen Anbieter auch vergleichbar sind. Hier wird dem Kunden leider immer wieder am Anfang ein günstiges Angebot vorgelegt, und im Nachgang versucht über nachträgliche Kosten zusätzlichen Umsatz zu generieren.

Die Optik: Über Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten. Aus der Vielfalt der Modelle jedoch seinen Favoriten zu wählen, ist spätestens nach Begutachtung mehrerer Prospekte eine echte Herausforderung geworden. Hier sind Ihr eigener Geschmack und die professionelle Beratung eines Fachmanns gefragt um die Wunschoptik zu ermitteln.

Die Stabilität und der Einbruchschutz sind zwei Eigenschaften die untrennbar miteinander verknüpft sind. Hier ist jedem klar, dass ein Zaun aus Holz oder Kunststoff nicht mit der Stabilität von Stahl und Aluminium vergleichbar ist. Beim Einbruchschutz geht es aber auch darum, dem potenziellen Angreifer bereits den Zugang zum Grundstück zu erschweren. Einbrecher wollen den schnellen Zugang, den schnellen Zugriff, und die problemlose schnelle Flucht. Dies wird mit einer Zaunanlage oder einem Gartentor als Einfriedung verhindert. Allein der Umstand dass ein Grundstück mit einem Zaun eingefasst ist, lässt einen Einbrecher zurückschrecken, da die schnelle Beute verwehrt ist.

Der Sichtschutz ist eine Eigenschaft die oft von den Geländegegebenheiten abhängig ist. Bei den heutigen Grundstückspreisen in den Ballungsgebieten, ist eine Zaunanlage nicht nur eine Einfriedung des Eigentums. Sie ist immer auch eine Barriere und Sicherung der Privatsphäre. Bei den heutigen Baugebieten sind oft kleine, eng aneinandergereihte Grundstücke die Regel. Hier können Sie, durch die Auswahl von einem Sichtschutzzaun und dem entsprechenden -Tor, Ihr Grundstück gegen die unerwünschten Einblicke von Passanten absichern.

Der Pflegeaufwand für die Grundstückseinfriedung sollte so gering wie möglich sein.

Die Witterungsbeständigkeit einer Zaun- und Toranlage sollte als Einfriedung hingegen so hoch wie möglich sein.

Beim Vergleich der beiden vorstehenden Eigenschaften zur Einfriedung sind die verwendeten Materialien ausschlaggebend. Hier wird zum Bespiel beim Aluminium mit dem Slogan“ Nie mehr streichen“ geworben. Dies trifft aber genauso auch für den feuerverzinkten und pulverbeschichteten Stahl zu. Wobei beim Stahl noch die Auswahl der Materialien eine Rolle spielt. Dünnwandige Rohrprofile halten nicht so lange, wie Profile aus Vollmaterial. Die Qualität der Pulverbeschichtungen wurde in den letzten Jahren erheblich verbessert. Deshalb gibt es mittlerweile Garantien von bis zu 15 Jahren auf die Pulverbeschichtung der Oberfläche. Der Pflegeaufwand beschränkt sich auf das regelmäßige abwaschen der Oberflächen mit Wasser und neutralen Reinigern.

Tore und Zaunanlagen aus Kunststoff, aus Holz oder Holzverbundwerkstoffen haben hier eindeutige Nachteile. Holzwerkstoffe werden gegen die Umwelteinflüsse bei der Herstellung imprägniert. Dies hält aber bekanntermaßen maximal 3 – 5 Jahre. Dann ist zum ersten Mal die Auftragung einer neuen Holzschutzlasur notwendig, welche dann ein – bis zweijährig wiederholt werden muss. Aber auch nach mehrmaliger Oberflächenbearbeitung ist ein Austausch nicht ab zu wenden. Bei den Tor – und Zaunanlagen aus Kunststoff leiden die Oberflächen durch die Umwelteinflüsse wie Regen, aber vor allem durch die Sonneneinstrahlung. Die Materialen verformen sich oder werden spröde und müssen ausgetauscht werden.

Die Wertbeständigkeit einer Zaunanlage wird anhand der Nutzungsdauer bestimmt. Wie bereits im vorherigen Abschnitt erläutert, liegen hier ganz klar die Vorteile bei Aluminium und Stahl in feuerverzinkter Ausführung. Selbst wenn die Bauteile aus Kunststoff und Holz erheblich günstiger angeboten werden, ist auf lange Sicht gesehen Stahl und Aluminium klar im Vorteil. Eine Tor – und Zaunanlage aus Aluminium oder Stahl überdauert Bauteile aus Holz oder Kunststoff um mehrere Gesamtnutzungsdauern.

Bei der Umweltverträglichkeit und Entsorgung nach Lebensdauer werden die ökologischen Faktoren der verwendeten Materialien verglichen.

Bei Aluminium sind im Rahmen der Herstellung der hohe Energieverbrauch und der entstehende giftige Abfall (Rotschlamm) beachtenswert. Beim Recycling ist allerdings die 100 % prozentige Wiederverwertbarkeit gegenüber zu stellen.

Der Werkstoff Stahl kann aus Ökologischer Sicht als wertvoll bezeichnet werden. Eisen ist das dritthäufigste feste Element der Erdkruste. Ebenso ist Stahl vollständig recycelbar.

Herkömmlicher Kunststoff wird normalerweise aus Erdöl gewonnen. Erdöl ist jedoch eine Ressource die knapp und daher immer teurer wird. Bei der Verwertung von Kunststoffen gibt es mehrere Verfahren wie das Material nach der Entsorgung recycelt werden kann.

Beim Holz oder den Holzverbundwerkstoffen werden bei der Herstellung die Bauteile der Einfriedung mit Chemikalien gegen biotische oder abiotische Faktoren geschützt. Zu den biotischen Faktoren, die die Bauteile angreifen, zählen die Pilze oder Insekten. Zu den abiotischen Faktoren zählen die UV-Strahlung, die Feuchtigkeit und die Temperaturschwankungen. Durch die Verwendung von Chemikalien zum Holzschutz, müssen diese Bauteile am Ende Ihrer Nutzungsdauer der Entsorgung zugeführt werden und sind auch nicht recycelfähig.

Einfach zum Mitnehmen: Zusammenfassung als Infografik

Infografik: Entscheidungshilfe für Gartenzäune

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