Laminatboden Ratgeber – Tipps zur Verlegung und Pflege von Laminat

Als Laminatboden, bzw. Laminat bezeichnet man einen schichtweise aufgebauten Bodenbelag, der aufgrund seiner Bestandteile und Herstellung oftmals auch als günstige Alternative zum hochwertigen Parkettboden aus Echtholz angesehen wird.

Laminat besteht in der Regel aus 4 Schichten, welche von oben nach unten betrachtet ,folgende sind:

  1. Die Deckschicht (auch Overlay genannt), welche aufgrund ihrer Beschaffenheit die spätere Belastungsklasse bzw. Qualitätsstufe angibt. Um sie widerstandsfähiger zu machen, wird hier häufig Korund zu dem klebstoffgetränkten Papier gegeben.
  2. Das Dekorpapier, welches die spätere Optik ausmacht. Hier sind vor allem Holzstrukturen oder Fliesenmotive beliebt, jedoch sind auch andere Designs durchaus möglich.
  3. Die Trägerplatte, bestehend aus MDF oder HDF. In diesen Holzfaserwerkstoff wird auch das spätere Profil, welches das Verlegen erleichtern soll, eingefräst.
  4. Der Gegenzug, welcher die unterste Schicht darstellt. Sie besteht entweder wieder aus einer Papierschicht, oder aus Kunststoff, und wirkt einem späteren Verbiegen bei höheren Belastungen entgegen.

Hinweis: Einige Hersteller fügen noch eine fünfte Schicht, den Trittschall hinzu, welcher in diesem Fall dann nicht mehr separat verlegt werden muss. Zu erkennen ist dies an der Bezeichnung „Laminat mit Trittschalldämmung“ in der Produktbeschreibung.

Vor- und Nachteile von Laminat

So ist nicht verwunderlich, dass das Laminat mittlerweile zu den beliebtesten Bodenbelägen in deutschen Haushalten gehören. Es ist preisgünstig, hat eine ansprechende Optik und hat eine hohe Widerstandsfähigkeit. Doch Laminat hat auch einige Nachteile. Vorteile von Laminat:

  • sehr günstig
  • hohe Haltbarkeit
  • hohe Belastbarkeit
  • zeitloses Design
  • hohe Hitze- und Lichtbeständigkeit
  • einfach zu reinigen

Nachteile von Laminat:

  • Laminat fühlt sich häufig kalt an
  • Auf eine Dämmung sollte nicht verzichtet werden
  • Schäden können nicht herausgeschliffen werden
  • Kein nachhaltiges und natürliches Baumaterial

Qualitätsmerkmale von Laminat

Laminatböden gibt es in zahlreichen Farb- und Dekorvarianten. Hochwertiges Laminat in Holzoptik wie das Parador Eichen-Laminat, unterscheiden sich optisch kaum von echtem Eichen-Parkett. Je nach Qualität, bzw. Stärke der Deckschicht wird das Laminat qualitativ (und somit auch preislich) in mehrere Kategorien unterteilt. Hier müssen zuerst Laminatböden für den Wohnbereich von gewerblich nutzbaren Böden unterschieden werden. Laminatboden für gewerblich nutzbare Böden unterliegt in aller Regel höheren Ansprüchen hinsichtlich Belastbarkeit und Kratzfestigkeit. Wie auch im Wohnbereich wird hier zwischen mäßiger, normaler und starker Beanspruchung unterschieden.

Laminat verlegen

Schritt 1: Untergrund vorbereiten.

Bevor man Laminatboden verlegt, sollte man sicherstellen, dass der Untergrund frei von Unebenheiten und Verschmutzungen ist.

Schritt 2: Verlegen der Trittschalldämmung.

Der nächste Schritt ist das Verlegen der Trittschalldämmung, welche es in unterschiedlichen Stärken und Ausführungen gibt. Auch hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Unebenheiten durch z.B. überlappende Folien oder Platten, sowie Löcher entstehen. Anschließend kann man mit dem eigentlichen Verlegen des Bodens beginnen.

Schritt 3: Laminatboden verlegen.

Da es bei unzähligen Herstellern zu unterschiedlichen Einkerbungen der Trägerplatte kommen kann, und dementsprechend auch die Verlegehinweise variieren können, empfiehlt es sich in jedem Fall vor dem Verlegen die Herstelleranweisung durchzulesen und zu beachten.

In der Regel beginnt man in der linken Ecke der Türe gegenüberliegenden Wand. Die erste Reihe des Bodenbelages wird gemäß den Herstellerangaben zusammengesteckt, und parallel zur langen Wandseite ausgerichtet.

Hierbei ist zu beachten, dass Laminat grundsätzlich schwimmend verlegt wird, d.h. an allen Seiten ein Abstand von ca. 1 cm zur Wand eingehalten werden sollte. Diese sogenannte Dehnungsfuge ist notwendig, damit das Laminat später „arbeiten“ kann, und ein Aufwerfen des Bodens sowie Wellenbildung vermieden werden kann. Eine Gleichmäßigkeit des Abstands wird durch sogenannte Abstandshalter erreicht, welche es im Handel zu kaufen gibt.

Das letzte Bodenpaneel der ersten Reihe muss eingepasst werden. Hierzu wird der rechte Teil der Platte entsprechend der Maße abgesägt (oder mit einem speziellen Laminatschneider abgetrennt), mittels eines Zugeisens mit der übrigen Reihe verbunden, und anschließend mit einem Abstandshalter fixiert. Nachdem die erste Reihe fest liegt, wird, ebenfalls links beginnend, die 2. Reihe angefügt.

Das Reststück der vorherigen Reihe wird hier als Anfang verwendet. Hierzu werden jeweils die vordere Längskante der 1. Reihe und die hintere Längskante der 2. Reihe mit Nut und Feder zusammengesteckt, und anschließend mithilfe von Schlagholz und Hammer durch leichte Schläge auf die Vorderkante der 2. Reihe fixiert.

Es ist sinnvoll, erst die kurzen Querkanten, und anschließend die langen Längskanten zu befestigen. Nach diesem Schema kann man den kompletten Boden Reihe für Reihe verlegen, bis man zur Abschlussreihe kommt. Hier kann es aufgrund der Raummaße erforderlich sein, die Paneele in ihrer Tiefe einzukürzen, damit sie in den freien Bereich zwischen letzter Laminatreihe und Wand passen.

Anschließend werden sie wiederum mit dem Zugeisen positioniert und fixiert. Wurde der komplette Boden verlegt, kann man alle Abstandshalter entfernen und beginnen, Abschlussleisten und Türschwellen zu montieren.

Pflege und Reinigung von Laminatböden

Um späteres Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, sollte man den frischverlegten Boden mit einem sogenannten Kantenimprägnierer behandeln. Dieser wird mit einer Flexspachtel oder einer Spachtel mit Gummilippe auf alle Kanten sowie Quer- und Längsfugen aufgetragen und überschüssige Masse unverzüglich mit einem weichen Tuch aufgenommen.

Nach einer Einwirkzeit von 3-4 Stunden ist der Boden dann voll nutzbar. Zur Reinigung von alltäglichem Schmutz wird empfohlen, den Boden entweder anschließend nach zu trocknen, oder lediglich mit „nebelfeuchten“, also stark ausgewrungenen Tüchern zu reinigen.

Trotz der Versiegelung der Kanten ist es nicht ratsam, dem Boden zu viel Nässe zukommen zu lassen, da auch durch kleinste Löcher oder Fugen Feuchtigkeit in das Laminat eindringen und so zu unschönen Verwerfungen führen kann. Aus diesem Grund sollte man auch Pfützen, die durch zu starkes Blumengießen oder verschüttete Getränke entstehen, nach Möglichkeit umgehend aufwischen.

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